Finanzen

Haushalt und Finanzen der Gemeinde Oberhaching 2026

Der Haushaltsplan 2026 wurde am 16. Dezember 2025 vom Gemeinderat als Haushaltssatzung verabschiedet.
In der Haushaltssatzung werden auch die Hebesätze der Grund- und Gewerbesteuer für das Haushaltsjahr festgelegt. Diese betragen (unverändert):

Gewerbesteuerhebesatz
250 v. H.
Grundsteuerhebesatz A
300 v. H.
Grundsteuerhebesatz B
310 v. H.

Nach der Finanzplanung sollen sich diese Hebesätze in den kommenden Jahren nicht ändern.

Der kommunale Haushaltsplan besteht aus zwei Teilen, dem Verwaltungs- und dem Vermögenshaushalt.

Der Verwaltungshaushalt bildet den laufenden Betrieb ab, wie die Personalkosten, Bewirtschaftungs- und Unterhaltsaufwendungen, laufende Zuschüsse, alle Steuer- und Gebühreneinnahmen und die Steuerausgaben. Im Jahr 2026 beträgt das Volumen des Verwaltungshaushalts 80.720.300 €. Ein wichtiger Indikator ist das anvisierte Ergebnis des Verwaltungshaushaltes. Im Jahr 2026 wird ein Überschuss von 2.759.200 € erwartet. Dieser Überschuss wird für Investitionen an den Vermögenshaushalt weitergeleitet.
Der Vermögenshaushalt bildet die Investitionen der Gemeinde ab, wie Hochbaumaßnahmen, Straßenbaumaßnahmen, Investitionszuschüsse, Grunderwerb sowie die Tilgungsleistungen. Dafür sind im Jahr 2026 insgesamt 40.139.800 € vorgesehen.

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Einnahmepositionen im Verwaltungshaushalt. Die Übersicht über die Einnahmeseite zeigt, dass die Steuereinnahmen die größte Position ausmachen. Sie verteilen sich wie folgt:

Die Steuereinnahmen setzen sich wie folgt zusammen:

Die obenstehende Grafik zeigt, wie wichtig die Gewerbesteuer für den gemeindlichen Haushalt ist. Es lohnt sich einen genaueren Blick darauf zu werfen. Die nachfolgende Grafik zeigt die Ergebnisse (blau) und die Erwartungen der Gewerbesteuereinnahmen (rot) in den jeweiligen Jahren.

Von den gemeindlichen Steuereinnahmen fließt ein erheblicher Teil an den Landkreis (Kreisumlage) und an den Staat (Gewerbesteuerumlage). Dies ist oft nicht bekannt bzw. wird unterschätzt. Die nachfolgende Grafik zeigt was der Gemeinde von den Steuereinnahmen übrig bleibt, das sogenannte „Netto-Steueraufkommen“:

Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt stellen sich folgendermaßen dar:

Die nachfolgende Aufstellung gibt Auskunft darüber, welche Einrichtungen im laufenden Betrieb über die zu erzielenden Einnahmen hinaus (z. B. Gebühren) besonders bezuschusst werden (ohne Investitionen):

Den Finanzspielraum (grau hinterlegt) für die Gemeinde soll nachfolgende Grafik deutlich machen.

Wie bereits eingangs erwähnt, ist der Überschuss des Verwaltungshaushaltes ein wichtiger Indikator für die Leistungsfähigkeit einer Gemeinde. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung auch für die zurückliegenden Jahre, wobei das Ergebnis des Haushaltsjahres 2025 noch nicht vorliegt.

Die Grafik zeigt auf, dass das Ergebnis in der Regel immer über dem Planansatz lag. Mit dem Haushaltsplan wird auch der Finanzplan der kommenden drei Jahre beschlossen, er wird auch Investitionsplan genannt. Die nachfolgende Grafik zeigt die Bereiche/Projekte, in welche die Gemeinde in diesem und in den nächsten Jahren investieren will.

Investitionen 2026

Es sind Investitionen im Umfang von rund 34,8 Millionen € (ohne Tilgungsleistungen) vorgesehen.

Der Großteil der Investitionen fließt in den weiteren Ausbau des geothermisch gespeisten Nahwärmenetzes mit 6,98 Millionen €, in den Investitionsanteil an der Realschule mit Mehrzweckhalle in Höhe von 4,38 Millionen €, in die Sanierung und Neubau St. Bartholomäus (Teilbetrag) mit 4,4 Millionen €, in den Straßenbau (rd. 4,20 Millionen €), die Sanierung der Bibliothek (Dach, Fassade und Klimatisierung) 2,0 Millionen €, Rohrleitungsinvestitionen des gemeindlichen Wasserwerks (rd. 0,75 Millionen €) sowie eine Kapitaleinlage an die Festlwirt GmbH in Höhe von rd. 3,0 Millionen €. Für den allgemeinen Grunderwerb sind rd. 4,1 Millionen € vorgesehen.

In den Finanzplanungsjahren 2027 – 2029 hat der Gemeinderat folgende Schwerpunkte gesetzt:

Zur Kostendeckung der geplanten Investitionen müssen im Jahr 2028 voraussichtlich Kredite aufgenommen werden.

Stand der Rücklage
Der Stand der Rücklage zum 31.12.2024 beträgt rund 3,28 Millionen €.

Die gesetzlich geforderte Mindestrücklage beträgt 1 % des Durchschnitts der Ausgaben des Verwaltungshaushaltes der letzten 3 Jahre (Berechnung siehe unten). Sie wird deutlich übertroffen.

Aufgrund des außergewönlichen Einmaleffektes (150 Millionen €) in der Gewerbesteuer im Jahr 2025 wird im Endergebnis voraussichtlich eine Rücklagenzuführung im dreistelligen Millionenbereich möglich werden. Ursprünglich war 2025 eine Rücklagenentnahme in Höhe von 2,63 Millionen € geplant, die nicht notwendig werden wird. Der genaue Stand der Rücklage zum 31.12.2025 kann erst mit dem Jahresabschluss beziffert werden. Die Rücklage wird die gesetzlich geforderte Mindestrücklage bei Weitem übertreffen und bietet die Möglichkeit die Investitionen der kommenden Jahre ohne Kreditaufnahme zu finanzieren.

Stand der Schulden
Der Schuldenstand der Gemeinde beträgt zu Beginn des Haushaltsjahres 2026 rund 45,22 Millionen €, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3.395 € bei 13.318 EW am 31.12.2024. Der Landesdurchschnitt für Gemeinden unserer Größenordnung lag zum 31.12.2023 bei 1.021 € je Einwohner (inkl. Eigenbetriebe).

Im Jahr 2026 ist zur Finanzierung der Investitionen keine Kreditaufnahme erforderlich. Die regulären laufenden Tilgungsleistungen betragen 2.704.300 €. Darüber hinaus wird die Gemeinde einen Kredit über 2.565.300 € nach Ablauf der Zinsbindungsfrist außerordentlich tilgen. Damit betragen die gesamten Tilgungsleistungen 5.269.600 € im Jahr 2026.

Durch die genannten Abgänge vermindert sich der Schuldenstand auf rund 39,95 Millionen € zum Ende des Jahres 2026. Dies würde einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2.999 € entsprechen.

Wofür wurden die Schulden aufgenommen? Hier die Antwort:

Seit 2009 wurden insgesamt rund 173 Millionen € in die Kinderbetreuung, die Schulen, die Geothermie/Energiewende und den Grunderwerb investiert. Nimmt man die weiteren größeren Investitionen für den Straßenbau und das Wasserwerk hinzu, haben die Investitionen im dargestellten Zeitraum insgesamt rund 202 Millionen € betragen. Damit hat die Gemeinde über drei Viertel aller Investitionen selbst erwirtschaftet, knapp ein Viertel wurde über Kredite finanziert.

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